Einige Tipps mit defekten Festplatten oder Partitionen

In diesem Howto wurden einige großartige Tipps mit dem Umgang mit defekten Festplatten oder Partitionen zusammengestellt.

Achtung: Verwendung auf eigener Gefahr. 😉

Viele dieser Tipps müssen mit ausgehängten Platten durchgeführt werden. Dazu kann eine Live CD (z. B. KNOPPIX oder openSUSE) zum Booten (im failsafe Modus) verwenden und dort auf einer Konsole diese Kommandos ausführt werden.

Festplattendiagnose – S.M.A.R.T. Werte auslesen

Die Attribute von S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology) können mit dem Kommando  smartctl ausgelesen werden.

Dabei sollte das Testergebnis PASSED und keine Fehlermeldung protokolliert sein.

Die S.M.A.R.T. Attribute haben folgende Bedeutungen:

ID
Die Nummer des Attributs.
Name
Der Name des Attributs.
Value
Der normalisierter aktueller Messwert aus der Firmware der Festplatte.
Worst
Der bislang schlechtester registrierter normalisierter Messwert (höher = besser).
Thresh
Das Minimum, ab dem ein Alarm gemeldet wird.
Type
Das Attribut beschreibt, was das Erreichen eines Schwellwerts bedeutet.
Pre-fail: Das sofortiges Ableben der Festplatte ist sehr wahrscheinlich und steht kurz bevor.
Old-age: Das Attribut beschreibt den Alterungsprozess der Festplatte.
Updated
Wann wird das Attribut aktualisiert?
Always: Der Messwert wird laufend aktualisiert.
Offline: Der Messwert wird ausschließlich durch einen Offlinetest (Parameter -t offline) aktualisiert.
Raw Value
Der original ausgelesene Messwert des Attributs (Rohdaten).

Wichtige S.M.A.R.T. Attribute:

  • 5 Reallocated_Sector_Ct
    196 Reallocated_Event_Count
    197 Current_Pending_Sector

    Wenn die Raw Werte auf 0 sind, wurden beim Schreiben keine defekte Sektoren entdeckt. Der Wert beschreibt die Anzahl der verbrauchten Reserve-Sektoren.
  • 199 UDMA_CRC_Error_Count
    Wenn der Raw Wert auf 0 ist, wurden keine Übertragungsfehler (CRC-Fehler) entdeckt. Ursache könnte z. B. ein defektes Kabel sein.
  • 3 Spin_Up_Time
    10 Spin_Retry_Count

    Diese Messwerte können Anlaufprobleme der Festplatte anzeigen.
  • 1 Raw_Read_Error_Rate
    7 Seek_Error_Rate
    Diese Attribut beschreiben die Rate der Lesefehler. Diese Fehler waren nicht korrigierbar und führten zum erneuten Einlesen der Daten.
  • 195 Hardware_ECC_Recovered
    Diese Attribut beschreibt die Anzahl der Lesefehler (Bitfehler), die aber korrigierbar waren.

Mit dem folgendem Kommando führt eine Festplatte einen langem Selbsttest aus.

Ein Medien-Check mit badblocks

Mit dem Kommando  badblocks können fehlerhafte Blöcke auf Partitionen erkannt werden.

Die folgenden Kommandos schreibt die defekten Blöcke in die Datei  bad-blocks und übergibt sie fsck. Damit werden im Dateisystem die beschädigten Blöcke als unbenutzbar markiert.

Das Erstellen eines Images einer Festplatte

Ein komplettes Abbild einer Festplatte kann mit dem Kommando  dd  erstellt werden.

Das folgende Kommando kopiert das Abbild (Klonen) einer Festplatte  /dev/sda auf eine andere Festplatte /dev/sdb, die mindestens die gleich Größe besitzen muss.

Das folgendes Kommando sichert eine Festplatte in eine Datei (Image).

In diesem Beispiel wird die Datei zusätzlich komprimiert.

Ist die Festplatte defekt, kann es bei Kopieren zu Lesefehlern kommen. Dann würde  dd abbrechen. Das Kommando  dd_rescue dagegen würde die unlesbaren Bereiche durch Nullen ersetzen. Dieses Abbild muss dann, z. B. mit  fsck, repariert werden. Abschließen kann man dieses noch schreibgeschützt Mounten, um das Abbild zu testen.

Den Bootloader grub installieren

Durch eine defekte Festplatte wurde die geretteten Abbilder auf eine neue Festplatte aufgespielt. Nun muss nur noch der Bootloader installiert, genauer der MBR (Master Boot Record) geschrieben, werden.

Dazu wird der Rechner über eine Live CD gebootet und die  grub Konsole aufgerufen. Als erste wird die Bootpartition gesucht.

Die Bootpartition wurde unter  (hd0,2) auf der erste Festplatte in der dritte Partition gefunden.

Nun wird mit folgenden Kommandos der MBR installiert.

Ggf. muss vorher noch die Datei  /boot/grub/menu.lst bearbeitet werden.

Das Sichern des Bootsektors

Mit dem folgendem Kommando wird der Bootsektor (Masterbootrecord) der Festplatte  /dev/sda gesichert. In diesem Fall kommt der Bootloader  grub zum Einsatz.

Dieses Abbild (Image) kann mit folgendem Kommando zurückgespielt werden.

Die Literaturempfehlungen

Frank Rahn

Frank Rahn ist Softwarearchitekt. Er unterstützt bei der Konzeption von Softwarearchitekturen mit Java-Technologie. Folge Sie ihm auf Facebook, Twitter oder Google+.

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